Schubert: Messe Es-Dur

21. Oktober 2015, Herzogenaurach: „Schubert pur“

Philharmonischer Chor Herzogenaurach
Vogtland Philharmonie
C. Schmid (Sopran)
R. Kaschmieder (Alt)
J. Weiss u. Kalmbach (Tenor)
C. Kaltenhäuser (Bass)

R. Scheuer (Leitung)

[…] Unter dem Motto „Schubert pur“ bestritt der Philharmonische Chor Herzogenaurach mit seinem Gründer und Dirigenten Ronald Scheuer in der Stadtpfarrkirche von Herzogenaurach einen wunderbaren Konzertabend für die zahlreichen Zuhörer. In intensiven Proben hatten sich die Sänger von Franz Schubert die Messe Nr. 6 in Es-Dur erarbeitet.

Für das Konzert hatte Scheuer zum wiederholten Mal die Vogtland-Philharmonie mit ihren rund 45 Musikern engagiert, die aus den beiden „Stadtorches-tern“ aus Reichenbach und Greiz hervorging und damit auf eine lange Tradition zurückgreifen kann. Die Musiker begannen das Konzert mit der Sinfonie in h-Moll, der „Unvollendeten“ von Schubert. […]

Der Komponist des Abends, Franz Schubert, wurde 1797 in Wien als Sohn eines Schullehrers geboren und als Singknabe der Hofkapelle musikalisch ausgebildet, wo schon früh seine außerordentlichen Begabung erkannt wurde. Schubert wirkte als freier Künstler, stets ohne materiell gesicherte Stellung. Sein Leben spielte sich großenteils in einem begrenzten Freundeskreis ab. Gelegentliche Reisen führten ihn nach Oberösterreich und Salzburg, Gastein und Graz.
In seinem kurzen Leben, Schubert starb bereits 1828, entstand eine sehr umfangreiches Werk. Am Bekanntesten wurden seine Lieder. Dem Liedschaffen steht Schuberts Instrumentalwerk gleichwertig zu Seite: Klavierwerke für zwei und vier Hände, Streichquartette und andere Kammermusik sowie seine Symphonie Nr. 8 h-Moll („Unvollendete“).
Die Musik Schuberts ist eine überströmende Fülle melodischer, auch im Instrumentalsatz oft liedmäßig erfundener Themen eigen. Der bei Beethoven zuweilen bis an die Grenze der Kargheit vorgetriebenen gedanklichen Verdichtung steht bei Schubert lyrische Ausbreitung in „heimlichen Längen“ (Robert Schumann) gegenüber, getragen von romantisch schweifender, an überraschenden Wendungen reicher Harmonik. Die klassischen Grundlagen der Sonataform werden nicht aufgehoben. Als Einziger unter den Komponisten der Romantik stellt Schubert die Sonatenform, frei von programmatischen Deutungen, in den Mittelpunkt seines Instrumentalschaffens.
Beim Konzert bestachen die Mitwirkenden durch ihr gutes Zusammenwirken. Die Solisten gaben mit ihren Stimmen dem Abend eine besondere Note, was von den Zuhörern mit lang anhaltendem Applaus honoriert wurde.

[Manfred Welker]