La Grande Bellezza – Musik aus Rom

5. November 2015, Potsdam Klein-Glienicke

Kammerkantaten und Cembalomusik von A. Scarlatti (1660-1725), J. Chr. Pez (1664-1716), Bernardo Pasquini (1637-1710) und G. F. Händel (1685-1759)

„La Grande Bellezza“ – So nennt Paolo Sorrentino seinen magischen Kinofilm über Rom, über Opulenz und Leere, Sinn und Sinnlosigkeit und über Schönheit und Vergänglichkeit. Rom ist auch im 17. und 18. Jahrhundert ein kultureller Dreh- und Angelpunkt, der viele Persönlichkeiten anzieht. Manche bleiben, einige kehren immer wieder hierher zurück, andere werden von der Stadt ausgespien und bleiben ihr fortan fern. Inspiration ist sie in jedem Fall, Rom, die Ewige. Und die Mäzene öffnen dort ihre Palazzi – und ihre Börsen.
Sie hören bekannte und unbekannte Kompositionen, allesamt in Rom entstanden oder durch Reisen nach Rom beeinflusst. Unter den Komponisten sind Deutsche und Italiener, und gerade am Ende des 17. Jahrhunderts, an der Schwelle zu einer neuen Zeit, wird dieser Austausch über die Alpen hinweg sehr intensiv: Man möchte es sehen, es spüren, dieses Rom eines Arcangelo Corelli!

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Julla_von_Landsberg_001Julla von Landsberg, Sopran
www.jullavonlandsberg.de

„Mich fasziniert die emotionale Kraft von Musik. Sie bewegt direkt – auch ohne Worte – jedes Herz, und es ist mir das schönste Geschenk, Musik mitzugestalten. In einer Situation von großer Offenheit und Spontaneität teilen Publikum und Musiker eine gemeinsame, ungreifbare und nur im Moment erlebbare Erfahrung.“
Julla von Landsbergs Repertoire erstreckt sich von früher Monodie bis hin zu zeitgenössischer Improvisation. Ihr besonderes Interesse gilt dem Repertoire der Alten Musik, dem Mittelalter, der Renaissance- und Barockmusik und dem frühen klassischen Liedgut. Liederabende, Kammerkonzerte, Oratorien- und Opernengagements führen sie durch ganz Europa. Außergewöhnliche szenische Kooperationen entstanden mit Regisseuren wie Georg Blüml, Martina Veh, Susanne Frey und den Musikern von Urban Strings, der Holland Baroque Society, dem United Continuo Service, Stimmwerck und dem Bach Chor Fürstenfeldbruck.
Als Performer von zeitgenössischem Musiktheater steht sie seit Jahren mit Nico and the Navigators (Leitung: Nicola Hümpel) auf der Bühne, mit Auftritten an der Opéra Comique Paris, dem Grand Théatre Dijon, den Bregenzer Festspielen, dem Radialsystem Berlin und an der Hamburger Kulturfabrik Kampnagel. Vor allem aber in der Interpretation vergessener und selten gehörter Musik findet Julla von Landsberg ihre inspirierendsten Momente, sei es mit Barockmusik oder – durch ihr Ensemble Santenay – in der bizarr-sinnlichen Welt des Mittelalters.
Einspielungen bei Sony Classics, Naxos, Raumklang und cpo erschienen u.a. mit Gli Angeli Genève, Tetraktys, Leipziger Concert, Santenay, Hofkapelle Schloß Seehaus, Johann-Rosenmüller-Ensemble, United Continuo Service.

12006233_10153159335188527_6530682037255664898_nJohannes Weiss, Cembalo
www.johannesweiss.de

Johannes Weiss ist als Sänger, Dirigent und Cembalist v.a. der Musik des 17. und 18. Jahrhunderts verbunden. Neben internationalen Konzert- und Opernengagements arbeitet er regelmäßig als Tenor-Solist mit Akadêmia, kuratiert gemeinsam mit Heidi Gröger des Musikfest Eichstätt und unterrichtet Historische Aufführungspraxis/Gesang (Hochschule für Künste Bremen / Hochschule für Musik Mannheim / Early Music Summer School Valtice/CZ).
Bevor er sich dem Sologesang zuwendet, studiert er zunächst Schulmusik mit Cembalo (Lars Ulrik Mortensen, Glen Wilson) und Viola da gamba (Jaap ter Linden). Mit beiden Instrumenten gewinnt er zwischen 2001 und 2005 mehrere Kammermusik-Wettbewerbe, u.a. beim Biagio-Marini-Wettbewerb in Neuburg/Donau, beim Van-Wassenaer-Concours in Den Haag, den Kammermusikpreis der Polytechnischen Gesellschaft in Frankfurt am Main und den Alte-Musik-Wettbewerb der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin.
Parallel dazu rückt das Singen mehr und mehr in den Fokus, wichtige Impulse erhält er durch das Studium bei Hedwig Fassbender, in Meisterkursen bei Emma Kirkby, Christoph Prégardien, Guillemette Laurens und Thomas Heyer, und als Mitglied des Atelier Lyrique der Pariser Oper. Solo-Verträge führen ihn an die Oper Frankfurt, das Freie Landestheater Bayern, das Hessische Staatstheater Wiesbaden, die Opéra La Monnaie Brüssel, das Nationaltheater Prag, die Opéra National de Paris, das Opernhaus Danzig, die Opéra Monte Carlo und die Kammeroper Schloss Rheinsberg.
Durch sein Engagement als künstlerischer Leiter, Lehrer und Dirigent versucht Johannes Weiss, über das reine “Musik-Machen” hinaus die musikalische Landschaft zu formen und zu prägen; vom Wunsch getrieben, mehr Menschen mit der Lust auf Musik anzustecken.